Freigabe erforderlich

Martin betrat morgens die Küche. Die Glühbirne flackerte einmal kurz, zwei mal lang und erlosch.

Er nahm es zur Kenntnis.

Draußen nieselte es. Die Tram kam zu spät, dann zu früh, aber er kam trotzdem pünktlich ins Büro.

Niemand schien ihn zu bemerken, bis seine Chefin plötzlich hinter ihm stand.

„Kann ich Sie kurz sprechen?“

Sie führte ihn in einen Raum, den er noch nie betreten hatte.

Drei fremde Leute saßen dort an einem Tisch, jeder mit einem identischen schwarzen Notizbuch.

„Das ist Ihr neues Team“, sagte sie. „Wir fangen sofort an.“

Auf dem Tisch lag ein Stapel Akten, nur mit Nummern beschriftet.

„Lesen Sie bitte Nummer 13“, sagte einer.

Martin schlug die Mappe auf.

Die erste Seite: leer, auf der zweiten stand nur: „Freigabe erforderlich.“

Er blickte hoch – alle schrieben weiter, als sei nichts geschehen.

Da er noch kein Frühstück hatte, ging er kurz in die Teeküche, um sich einen Snack zu holen.

Die Lampe dort leuchtete hell.

Er starrte kurz hinauf und dachte:

Vielleicht hätte ich doch die alte Glühbirne wechseln sollen.

Wird fortgesetzt...

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