Der Wind
Kennst du das Orgelspiel der Erde?
So nennt es Zhuangzi, wenn der Wind durch Öffnungen, Felsspalten und Höhlen bläst.
Es ist das Lied der Natur. Keine einheitliche Melodie wie das Orgelspiel der Menschen, sondern ein Spiel aus tausend Stimmen.
Und dann gibt es noch die Orgel des Himmels. Auch hinter ihr steht eine treibende Kraft, die macht, dass Klänge enden oder sich erheben.
Der Wind ist bei Zhuangzi der Mittler zwischen Himmel und Erde. Eine unsichtbare Kraft, die alles verbindet.
Der Wind rüttelt an allem, was sich ihm in den Weg stellt, und trägt weit fort, was seiner Richtung folgt.
Zhuangzi erzählt von Liezi, der lernte, auf dem Wind zu reiten.
Fünfzehn Tage lang schwebte er über Berge und Flüsse. Er stemmte sich nicht gegen die Böen. Er stand nicht starr im Weg. Er ließ sich vom Wind finden. Und der Wind trug ihn über das weite Land.
Aber er war immer noch nicht frei, weil er vom Wind abhing.